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Heuler

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-[[Bild:Luftheuler_mit_Plastikkappe.jpg|thumb|Verschiedene Luftheuler mit KunststoffhĂŒlse der Klasse II]]+[[Bild:Luftheuler_mit_Plastikkappe.jpg|thumb|Verschiedene Luftheuler mit KunststoffhĂŒlse]]
[[Bild:Pfeifpatronen.jpg|thumb|GebĂŒndelte Pfeifpatronen zum Abschuss aus Mörsern bei einem Großfeuerwerk]] [[Bild:Pfeifpatronen.jpg|thumb|GebĂŒndelte Pfeifpatronen zum Abschuss aus Mörsern bei einem Großfeuerwerk]]
;Heuler:(Pfeife, Pfeifer, Luftheuler, Luftpfeifer, Pfeifpatrone, ''Whistle'', teilweise ''Ratter-''/''Knatter-''Patrone) ;Heuler:(Pfeife, Pfeifer, Luftheuler, Luftpfeifer, Pfeifpatrone, ''Whistle'', teilweise ''Ratter-''/''Knatter-''Patrone)
-Einseitig verschlossene Papier- oder KunststoffhĂŒlse, in die zu etwa 1/3 der HĂŒlsenlĂ€nge ein [[pyrotechnischer Satz]] eingepresst ist. Dieser ist meist ein Zweikomponenten-Gemisch aus [[Kaliumperchlorat]] und dem [[Natrium|Natrium-]] oder [[Kalium]]salz einer aromatischen SĂ€ure ([[Benzoat]], [[Salicylat]]). Der Pfeifton wird durch das oszillierende Abbrennen des Satzes und die dadurch in Schwingungen versetzte GassĂ€ule in der HĂŒlse erzeugt. Über das Satz-MischungsverhĂ€ltnis und die LĂ€nge der HĂŒlse kann die Frequenz des Pfeiftones eingestellt werden. +Einseitig verschlossene Papier- oder KunststoffhĂŒlse, in die zu etwa 1/3 der HĂŒlsenlĂ€nge ein [[pyrotechnischer Satz]] eingepresst ist. Dieser ist meist ein Zweikomponenten-Gemisch aus [[Kaliumperchlorat]] und dem [[Natrium|Natrium-]] oder [[Kalium]]salz einer aromatischen SĂ€ure ([[BenzoesĂ€ure]], [[SalicylsĂ€ure]]). Der Pfeifton wird durch das oszillierende Abbrennen des Satzes und die dadurch in Schwingungen versetzte GassĂ€ule in der HĂŒlse erzeugt. Das PfeifgerĂ€usch ist also auf das Abbrandverhalten des Satzes zurĂŒckzufĂŒhren, und nicht auf spezielle mechanische Vorrichtungen. Dieses Verhalten lĂ€sst sich z.B. an Verbindungen wie dem [[Brisanz|brisantem]] [[Kaliumpikrat]], dem Kaliumsalz der PikrinsĂ€ure, demonstrieren, welches bereits lose entzĂŒndet unter gelegentlichem Pfeifen verbrennt.
 +Über das Satz-MischungsverhĂ€ltnis und die LĂ€nge der HĂŒlse kann die Frequenz des Pfeiftones eingestellt werden. Ein typischer Pfeifsatz enthĂ€lt 70 % Kaliumperchlorat und 30 % Kaliumbenzoat (Shimizu) oder 75 % Kaliumperchlorat und 25 % Natriumsalicylat (Conkling). Dieses VerhĂ€ltnis entspricht genau dem stöchiometrischen VerhĂ€ltnis von Oxidationsmittel zu Reduktionsmittel, wenn von einer vollstĂ€ndigen Oxidation der organischen Verbindung zu Kohlenstoffdioxid und Wasser ausgegangen wird. Die formalen Reaktionsgleichungen dafĂŒr lauten:
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 +mit Benzoat:
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 +4 KC<sub>7</sub>H<sub>5</sub>O<sub>2</sub> × 3 H<sub>2</sub>O + 15 KClO<sub>4</sub> → 2 K<sub>2</sub>O + 15 KCl + 22 H<sub>2</sub>O + 28 CO<sub>2</sub>
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 +mit Salicylat:
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 +2 NaC<sub>7</sub>H<sub>5</sub>O<sub>3</sub> + 7 KClO<sub>4</sub> → Na<sub>2</sub>O + 7 KCl + 5 H<sub>2</sub>O + 14 CO<sub>2</sub>
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 +Aufgrund des oszillierenden Abbrands kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Reaktion nicht streng nach der Reaktionsgleichung verlĂ€uft, sondern z.B. teilweise auch nur partielle Oxidation (zu Kohlenstoffmonoxid) stattfindet.
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 +Die PfeifsĂ€tze Ă€hneln in ihrer Zusammensetzung stark einem [[Blitzknallsatz]], nur mit einer organischen Verbindung anstelle eines [[Metallpulver]]s als Reduktionsmittel. Bilden sich in einem Pfeifsatz Risse oder liegt er als loses Pulver vor, kann es daher zu schlagartiger Umsetzung und Zerlegung des [[pyrotechnischer Gegenstand|pyrotechnischen Gegenstands]] mit einem lauten [[Knall]] kommen.
Der Unterschied zwischen einem ''Pfeifen'' und einem ''Rattern'' entsteht durch eine unterschiedliche Pressung des Treibsatzes. Wird in den Satz eine [[Seele]], also ein dornförmiger Hohlraum in der SatzsĂ€ule, eingepresst, entsteht durch die vergrĂ¶ĂŸerte AbbrandoberflĂ€che und damit verbundenen starken Satzabbrand ein sehr lauter und schriller, vibrierend unterbrochener Ton (''Knattern'', ''Rattern'', ''Screeching'', ''Croaking''). Der Unterschied zwischen einem ''Pfeifen'' und einem ''Rattern'' entsteht durch eine unterschiedliche Pressung des Treibsatzes. Wird in den Satz eine [[Seele]], also ein dornförmiger Hohlraum in der SatzsĂ€ule, eingepresst, entsteht durch die vergrĂ¶ĂŸerte AbbrandoberflĂ€che und damit verbundenen starken Satzabbrand ein sehr lauter und schriller, vibrierend unterbrochener Ton (''Knattern'', ''Rattern'', ''Screeching'', ''Croaking'').

Aktuelle Version

Verschiedene Luftheuler
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Verschiedene Luftheuler
Verschiedene Luftheuler mit KunststoffhĂŒlse
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Verschiedene Luftheuler mit KunststoffhĂŒlse
GebĂŒndelte Pfeifpatronen zum Abschuss aus Mörsern bei einem Großfeuerwerk
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GebĂŒndelte Pfeifpatronen zum Abschuss aus Mörsern bei einem Großfeuerwerk
Heuler
(Pfeife, Pfeifer, Luftheuler, Luftpfeifer, Pfeifpatrone, Whistle, teilweise Ratter-/Knatter-Patrone)

Einseitig verschlossene Papier- oder KunststoffhĂŒlse, in die zu etwa 1/3 der HĂŒlsenlĂ€nge ein pyrotechnischer Satz eingepresst ist. Dieser ist meist ein Zweikomponenten-Gemisch aus Kaliumperchlorat und dem Natrium- oder Kaliumsalz einer aromatischen SĂ€ure (BenzoesĂ€ure, SalicylsĂ€ure). Der Pfeifton wird durch das oszillierende Abbrennen des Satzes und die dadurch in Schwingungen versetzte GassĂ€ule in der HĂŒlse erzeugt. Das PfeifgerĂ€usch ist also auf das Abbrandverhalten des Satzes zurĂŒckzufĂŒhren, und nicht auf spezielle mechanische Vorrichtungen. Dieses Verhalten lĂ€sst sich z.B. an Verbindungen wie dem brisantem Kaliumpikrat, dem Kaliumsalz der PikrinsĂ€ure, demonstrieren, welches bereits lose entzĂŒndet unter gelegentlichem Pfeifen verbrennt. Über das Satz-MischungsverhĂ€ltnis und die LĂ€nge der HĂŒlse kann die Frequenz des Pfeiftones eingestellt werden. Ein typischer Pfeifsatz enthĂ€lt 70 % Kaliumperchlorat und 30 % Kaliumbenzoat (Shimizu) oder 75 % Kaliumperchlorat und 25 % Natriumsalicylat (Conkling). Dieses VerhĂ€ltnis entspricht genau dem stöchiometrischen VerhĂ€ltnis von Oxidationsmittel zu Reduktionsmittel, wenn von einer vollstĂ€ndigen Oxidation der organischen Verbindung zu Kohlenstoffdioxid und Wasser ausgegangen wird. Die formalen Reaktionsgleichungen dafĂŒr lauten:

mit Benzoat:

4 KC7H5O2 × 3 H2O + 15 KClO4 → 2 K2O + 15 KCl + 22 H2O + 28 CO2

mit Salicylat:

2 NaC7H5O3 + 7 KClO4 → Na2O + 7 KCl + 5 H2O + 14 CO2

Aufgrund des oszillierenden Abbrands kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Reaktion nicht streng nach der Reaktionsgleichung verlÀuft, sondern z.B. teilweise auch nur partielle Oxidation (zu Kohlenstoffmonoxid) stattfindet.

Die PfeifsÀtze Àhneln in ihrer Zusammensetzung stark einem Blitzknallsatz, nur mit einer organischen Verbindung anstelle eines Metallpulvers als Reduktionsmittel. Bilden sich in einem Pfeifsatz Risse oder liegt er als loses Pulver vor, kann es daher zu schlagartiger Umsetzung und Zerlegung des pyrotechnischen Gegenstands mit einem lauten Knall kommen.

Der Unterschied zwischen einem Pfeifen und einem Rattern entsteht durch eine unterschiedliche Pressung des Treibsatzes. Wird in den Satz eine Seele, also ein dornförmiger Hohlraum in der SatzsĂ€ule, eingepresst, entsteht durch die vergrĂ¶ĂŸerte AbbrandoberflĂ€che und damit verbundenen starken Satzabbrand ein sehr lauter und schriller, vibrierend unterbrochener Ton (Knattern, Rattern, Screeching, Croaking).

Heuler und insbesondere auch Ratterpatronen erzeugen Schub und können bedingt als TreibsÀtze verwendet werden. Dem pyrotechnischen Satz kann zudem ca. 5 Gewichts-% Titanpulver beigemischt werden - der Heuler besitzt dann einen Silberperlen-Schweif (Titanium Whistle).




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