Sitemap | Kontakt | Disclaimer | Impressum
Das Informationsportal der FEUERWERK HomepageBilder und VideosHerstellung und FunktionsweiseWeitere InformationenLink-Datenbank: Pyrotechnik im InternetFeuerwerk-Videos, Silvesterfeuerwerk und Pyrotechnik-BĂŒcher einkaufen, Bildschirmschoner downloaden...Der Treffpunkt von Feuerwerkern und FeuerwerksfansDie Fotogalerie von Feuerwerkern und FeuerwerkfansTermine internationaler FeuerwerkeInformationsseiten zu wichtigen Wettbewerben und FestivalsDie Fach-Enzyklopädie von Feuerwerkern und Feuerwerksfans
Die Fach-Enzyklopädie von Feuerwerkern und Feuerwerksfans

Flimmer

Aus FEUERWERK Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Flimmereffekte (engl. Glitter) sind einer der wichtigsten Effekte in der Feuerwerkerei. Obwohl es recht viele verschiedenen FlimmersĂ€tze gibt die praktisch alle mehr oder weniger gut funktionieren, ist der Flimmereffekt theoretisch einer der am wenigsten verstandenen pyrotechnischen SĂ€tze und Effekte. Eine Schwierigkeit bei der Erforschung liegt darin, daß dieser Effekt oft nur in frei fliegenden Tröpfchen auftritt und auf dem Labortisch hĂ€ufig ausbleibt. Die wichtigsten Theorien, wie’s genau funktioniert sind die Kaliumsulfid-Theorie, die Aluminiumsulfid-Theorie, die Aluminiumkarbid-Theorie, die Thermit- Theorie sowie die Polysulfid-Theorie. Alle diese zum Teil gegensĂ€tzlichen Theorien werden von angesehen Wissenschaftlern vertreten und natĂŒrlich auch gegenseitig wiederlegt. Eine sehr komplexe Materie
..

Fakt ist: Flimmer ist ein Effekt der in mindestens 3 Phasen stattfindet. In der Ersten brennt ein Satz und es entstehen dabei flĂŒssige Abbrandprodukte. Im Englischen werden diese flĂŒssigen Schlacken „Spritzel“ genannt, offenbar eine Verballhornung des deutschen Wortes „Spritzer“ In diesen Tröpfchen findet die nĂ€chste Reaktion statt und bereitet die 3. Phase, den „Blitz“ vor. Beim „Blitz“ platzen die Tröpfchen und in den neu entstehenden, kleineren, Tröpfchen kann die Phase 2 und 3 erneut stattfinden. So oft bis die Energie oder die Chemikalien oder was auch immer aufgebraucht ist. Als Beispiel hier mal ein Flimmersatz (Flimmerperlen-Satz) und die vermutlichen AblĂ€ufe beim „flimmern“: Die Bestandteile sind Schwarzpulver, Bariumnitrat, Schwefel und Magnalium sowie Dextrin. Lloyd Scott Oglesby beschreibt die dabei ablaufende Flimmerreaktion wie folgt:

1.Phase, der Stern brennt und dabei lÀuft unter anderem ab: Ba(NO3)2 + S + 3 C ergiebt BaS + N2 + 3 CO2

2.Phase, in der Schmelze verbindet sich BaS + 2 O2 zu BaSO4 und

3. In der Blitzphase reagieren 3 BaSO4 + 8 AL zu 3 BaS + 4 Al2O3


Daß diese Beschreibung hier sehr stark vereinfacht ist, sieht man schon daran, daß der Abbrand des Schwarzpulvers genausowenig beschrieben ist wie der Verbleib des Magnesiums aus dem Magnalium erklĂ€rt wird. In seiner Publikation „Glitter; Chemistry and Techniques“ erschienen 1989 bei American Fireworks News erklĂ€rt Oglesby die AblĂ€ufe akribisch.

Ebenso ist Fakt, daß fĂŒr den Flimmereffekt die Anwesenheit von Kalium, Schwefel, Nitraten und Aluminium notwendig ist. Wobei v. Baum 1996 auch einen Nitratfreien Perchlorat-Flimmer beschrieben hat und Robert Winokur einen Flimmer auf Natriumnitratbasis, also ohne Kalium, erzeugte. Jennings-White suchte in der entgegengesetzten Richtung im Periodensystem und machte mit Rubidiumnitrat erfolgreich Flimmer. Also, auch hier gilt: Keine Regel ohne Ausnahme!

Weitere wichtige Zutaten sind Antimonsulfid, Eisenoxid, verschiedene Oxalate, Carbonate und -hier als eine Art Katalysator- Dextrin!

Flimmereffekte sind im Allgemeinen Gelb oder Silber. Seit einigen Jahren kommen aus China auch rötlich flimmernde SĂ€tze, welche einen Anteil an Strontiumoxalat als Farbgeber haben. Guter grĂŒner Flimmer ist hingegen noch nicht wirklich gesichtet worden, bestenfalls ein sehr blasses GrĂŒn. Überhaupt sind farbige Flimmereffekte noch ein großes BetĂ€tigungsfeld fĂŒr unsere Chemiker.

Wer sich intensiver mit der Materie beschĂ€ftigen will, sollte sich den Aufsatz von Dr. Clive Jennings-White im Journal of Pyrotechnics No. 8, 1998 ansehen. NatĂŒrlich findet sich auch einiges bei den ĂŒblichen VerdĂ€chtigen wie Shimizu, Lancaster, den Kosankes sowie natĂŒrlich Winokur. Sehr interessant auch der Aufsatz von T.Fish ĂŒber Antimonfreie FlimmersĂ€tze v.1981.