Sitemap | Kontakt | Disclaimer | Impressum
Das Informationsportal der FEUERWERK HomepageBilder und VideosHerstellung und FunktionsweiseWeitere InformationenLink-Datenbank: Pyrotechnik im InternetFeuerwerk-Videos, Silvesterfeuerwerk und Pyrotechnik-B├╝cher einkaufen, Bildschirmschoner downloaden...Der Treffpunkt von Feuerwerkern und FeuerwerksfansDie Fotogalerie von Feuerwerkern und FeuerwerkfansTermine internationaler FeuerwerkeInformationsseiten zu wichtigen Wettbewerben und FestivalsDie Fach-Enzyklopädie von Feuerwerkern und Feuerwerksfans
Die Fach-Enzyklopädie von Feuerwerkern und Feuerwerksfans

Signalwaffe

Aus FEUERWERK Wiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
Signalwaffe 
(Selbstschutzwaffe, Schreckschu├čwaffe, flare gun, signal pistol)

Signalwaffen dienen dem Abschu├č verschiedener Effektmunition zur Signalgebung bei Berg- oder Seenot und zum Selbstschutz. Die Kaliber solcher Waffen reichen von 6 mm bis 26,5 mm (Kaliber 4). F├╝r gr├Â├čere Kaliber ├╝ber .45 short ist f├╝r Erwerb und F├╝hren eine Waffenbesitzkarte (WBK) notwendig, zum Kauf der Munition mu├č ein Munitionserwerbschein (MES) beigebracht werden. Beide Dokumente werden von den zust├Ąndigen Landes├Ąmtern bei nachgewiesenem Bedarf und erfolgreicher Absolvierung einer Sachkundepr├╝fung ausgegeben, etwa an Besitzer seegehender (d. h. grunds├Ątzlich hochseet├╝chtiger) Schiffe.

9mm Revolver verschiedener pyrotechnischer Munition
vergr├Â├čern
9mm Revolver verschiedener pyrotechnischer Munition

Inhaltsverzeichnis

G├Ąngige Kaliber

Signalwaffen werden in den folgenden Kalibern angeboten:

  • Kal. 6 mm
  • Kal .22 lang (Waffen nicht mehr erh├Ąltlich)
  • Kal. .315
  • Kal. 8 mm (Waffen nicht mehr erh├Ąltlich)
  • Kal. 9 mm
  • Kal. .45 short
  • Kal. 26,5 mm (Kal. 4, scheinpflichtig)

Erwerb und Rechtliches

Der Erwerb von durch die physikalisch-technische Bundesanstalt (PTB) zugelassenen und entsprechend markierten (PTB-Stempel) Signalwaffen kleinen Kalibers von 6 mm bis 9 mm ist frei f├╝r Personen ab 18 Jahren m├Âglich. Das F├╝hren, also das schu├čbereite Tragen der geladenen Waffe zu Selbstverzeidigungszwecken, setzt allerdings auch f├╝r die kleineren Varianten eine schriftliche Erlaubnis ("kleiner Waffenschein") voraus, die ebenso wie die Waffenbesitzkarten und Munitionserwerbscheine von den Landes├Ąmtern gegen eine Geb├╝hr von derzeit 50.- ÔéČ ausgegeben werden, zus├Ątzlich ist ein einwandfreies polizeiliches F├╝hrungszeugnis notwendig.

Im ├Âffentlichen Raum ist das F├╝hren und Benutzen von Signalwaffen bis Kal. 9 mm nur zu Selbstverteidigungszwecken gesetzlich abgedeckt und wird durch weitere Gesetze (z. B. Versammlungsgesetz) weiter eingeschr├Ąnkt. Eine Benutzung zu Vergn├╝gungszwecken, beispielsweise zu Silvester, ist nur auf einem umfriedeten, ausreichend gro├čen Privatgel├Ąnde m├Âglich. Ist der Sch├╝tze nicht Eigent├╝mer des Grundst├╝cks, mu├č vorher die Erlaubnis des Eigners eingeholt werden.

Wird die Signalwaffe beim Transport auch im ├Âffentlichen Raum so verpackt, da├č Waffe und Munition getrennt voneinander aufbewahrt werden und sich nicht in direktem Zugriff (z. B. am K├Ârper) befinden, ist kein "kleiner Waffenschein" notwendig.

Signalwaffen mit Kaliber 8 mm d├╝rfen in Deutschland nicht mehr hergestellt und/oder in den Handel gebracht werden, da sich in diesem Bereich Probleme mit scharfgemachten Waffen ergeben haben. In fr├╝heren Zeiten gekaufte und in Privatbesitz befindliche 8 mm-Signalwaffen d├╝rfen jedoch weiterhin besessen und benutzt werden. Gleiches gilt f├╝r Signalwaffen des Kalibers .22 lang, auch die Produktion dieser Waffen wurden wegen der M├Âglichkeit zum Schie├čen scharfer Munition eingestellt.

Das Verschie├čen scharfer Munition aus umgebauten Signalwaffen ist nicht nur verboten, sondern auch sehr gef├Ąhrlich, da die ├╝blicherweise aus Metalldruckgu├č bestehenden Signalwaffen f├╝r die starke Belastung durch scharfe Munition nicht ausgelegt sind und sich beim Schie├čen zerlegen k├Ânnen, was im ├Ąu├čersten Fall f├╝r den Sch├╝tzen t├Âdlich enden kann.

Praktische Anwendung

Bei der Verwendung wird zuerst das Magazin der Signalwaffe geladen und eingef├╝hrt, danach die Signalpatrone in den Lauf oder Abschu├čbecher (aufschraubbare 15 mm-Laufverl├Ąngerung) gesteckt. Zum Abschu├č h├Ąlt der Sch├╝tze die Waffe mit beiden H├Ąnden senkrecht ├╝ber den Kopf und bet├Ątigt den Abzug, worauf der hei├če Gasstrom der Platzpatrone die Signalpatrone z├╝ndet und ausst├Â├čt. Damit eine zuverl├Ąssige Z├╝ndung gew├Ąhrt ist, m├╝ssen zus├Ątzlich aufgeschraubte Signalbecher Ausgleichsbohrungen aufweisen, die ├╝berm├Ą├čigen Gasdruck ableiten und damit verhindern, da├č die Kartusche ungez├╝ndet ausgesto├čen wird (Gefahr f├╝r Dritte (insbesondere Kinder) durch aufgefundene Blindg├Ąnger).

Neben den herk├Âmmlichen Abschu├čbechern gibt es f├╝r Signalwaffen ab Kal. 8 mm sogenannte Multi-Shooter mit mehreren Abschu├čbechern, aus denen vier oder sechs Signalpatronen gleichzeitig verschossen werden k├Ânnen. Auch diese Aufs├Ątze m├╝ssen PTB-gepr├╝ft sein und das entsprechende Stempelzeichen tragen, ansonsten ist Kauf und Verwendung illegal.

Munition

In Signalwaffen kommen ausschlie├člich Platzpatronen zum Einsatz, die durch ihre Gasdruckentwicklung und das M├╝ndungsfeuer eine Signalkartusche z├╝nden und aussto├čen. Je nach Waffentyp erreichen die Kartuschen nach dem Abschu├č zwischen 30 m und ├╝ber 100 m Steigh├Âhe. Optische Effekte (Leuchtsterne) sind am Tag etwa drei Kilometer, nachts bis zu 20 Kilometer zu sehen. Im Signalwaffenbereich werden ausschlie├člich H├╝lsensterne (in Metall- oder Kunststoffh├╝lsen eingepre├čte Sterne) verwendet.

Das ├╝bliche Kaliber f├╝r Effektpatronen/Kartuschen ist 15 mm.

Dar├╝ber hinaus gibt es weitere Signalmunition verschiedener Art wie Heuler- oder Knatterpatronen, Kometen oder mehrstufige Effekte. Heuler- und Knatterpatronen bilden eine besondere Klasse der Raketengeschosse, da deren Heulsatz einen starken R├╝cksto├č entwickelt, der die Kartusche beim Aufstieg zus├Ątzlich beschleunigt.

Klasseneinteilung

Signalmunition ist in Deutschland in zwei Klassen eingeteilt, PM-I und -II. Gegenst├Ąnde der Klasse PM-I k├Ânnen frei ab 18 Jahren ohne Erwerbschein gekauft werden, f├╝r den Erwerb von PM-II-Munition (z. B. Knallpatronen) ist ein Munitionserwerbschein mit Zusatzeintrag notwendig. Der Verkauf von pyrotechnischer Munition aller Klassen erfordert seitens des H├Ąndlers eine amtliche Erlaubnis und entsprechende Lagerm├Âglichkeiten, deshalb werden solche Gegenst├Ąnde in Deutschland nur ├╝ber den Fachhandel vertrieben.

Selbstschutz

Neben den pyrotechnischen Effekten bietet der Markt f├╝r Signalwaffen kleiner Kaliber bis 9 mm auch Platzpatronen mit Tr├Ąnengas- oder Pfefferladung. Diese haben einen Wirkungsbereich von bis zu vier Metern (9 mm) und produzieren einen dichten, vorw├Ąrts gerichteten Wirkstoffnebel, der auf Schleimh├Ąute und Augen stark reizend wirkt und weitere Attacken eines Angreifers erschwert oder unm├Âglich macht. Wegen der aktuellen Rechtslage hat der Selbstschutz mit Gaspatronen zugunsten weniger gesundheitsbedenklicher Pfeffersprays an Bedeutung verloren.