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Reibknaller

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Reibknaller 
(Reibkopfknaller, Harzer, Reiber, match cracker, cracker with friction head)

Reibknaller sind Knallkörper, deren Anzünder nicht aus einer Zündschnur, sondern einem Reibkopf besteht. Dieser wird an der Reibfläche einer Streichholzschachtel angerieben und weggeworfen, wonach die brennende Reibmasse ins Innere durchbrennt und den Knallsatz zündet.

Verschiedene Reibknaller aus dem In- und Ausland
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Verschiedene Reibknaller aus dem In- und Ausland

Dieser Knallertyp erfreute sich in früheren Jahren in Ost und West großer Beliebtheit, in Herstellungsstätten wie Silberhütte im Harz wurden die berühmten Harzer Knaller zum Schluß komplett maschinell produziert und liefen in großen Mengen vom Band. In östlichen Ländern wie Polen, Tschechien oder Rumänien, sowie Österreich, bilden Reibknaller heute noch die am häufigsten anzutreffende (und preislich günstigste) Gattung, während in Deutschland Knallkörper mit Zündschnur überwiegen.

Typische Bauformen

Bei Reibkopfknallern sind gemeinhin drei unterschiedliche Bauformen anzutreffen. Bei der ersten Variante besteht der Zünder aus einer Kombination aus Reibkopf und Zündschnur. Nach dem Anreiben des Knallers brennt zuerst der Reibkopf ab und zündet dann ein Stück Zündschnur, die durch eine Verengung der Knallerhülse in dessen Inneres brennt und die Explosion herbeiführt. Bei der zweiten, in Deutschland erfundenen und perfektionierten Version, wird der Knallsatz in eine Papphülse ohne Verengung eingefüllt, dann folgt ein eingestampfter Propfen mit schlackebildendem Satz (Glühsatz), zum Schluß wird die Reibmasse aufgegossen und getrocknet. Wird die Reibmasse gezündet, brennt diese bis zum Glühsatz durch, der sich umsetzt und beim Abbrand eine dicke Schlacke hinterläßt, die den dahinterliegenden Knallsatz automatisch verdämmt. Sobald die Flamme an der Front des Glühsatzes den Knallsatz berührt, explodiert dieser. Bei der dritten Bauform, die eine Kombination der beiden letztgenannten Varianten ist, wird die geladene und mit Verengung versehene Hülse mit dünnflüssiger Reibmasse gefüllt, die durch die Verengung fließt und eine Brücke zum Knallsatz bildet. Brennt die Flamme des Reibkopfes durch die Verengung hindurch, erfolgt die Explosion.

Verwendungssicherheit

Da es in der Natur eines Reibknallers liegt, daß er während der Zündung in der Hand gehalten wird, sind Sorgfalt bei der Herstellung und bestimmte Schutzmechanismen seitens des Herstellers notwendig, damit es nicht zu einem Durchzünder kommt, bei dem die Flamme des Reibkopfes sofort durchschlägt und den Knallsatz augenblicklich zündet, während sich der Knaller noch in der Hand befindet.

Die große Mehrheit der in China produzierten (und den Markt dominierenden) Reibknaller, die für den Kleinfeuerwerksbereich gedacht sind, werden mit einem zusätzlichen Verzögerer in Form einer Zündschnur ausgestattet, die ein Durchzünden erschwert, allerdings bei schlampiger Herstellung zu einer erhöhten Versagerrate führt. Die früher in größerer Vielfalt, heute aber nur noch eingeschränkt in Deutschland produzierten zündschnurlosen Reibknaller sind hingegen meist von so hoher Qualität, daß es nur äußerst vereinzelt zu Durchzündern kommt. Aufgrund der in Deutschland in Knallkörpern erlaubten Satzmengen und -arten sind in der Regel auch keine schwerwiegenden Verletzungen zu erwarten.

Da sich die Reibköpfe der meisten Reibknaller auch mit dem Feuerzeug bzw. Litze oder Tapematch zünden lassen, ist es möglich, solche Knallkörper zu verwenden, ohne sie während des Zündvorgangs in der Hand halten zu müssen. Generell erscheint es als Gebot der Vorsicht, am Reibkopf unbekannter Reibknaller oder solcher großen Kalibers (siehe bestimmte in Osteuropa erhältliche Produkte) ein längeres Stück Litze oder Visco anzubringen, um ihn gefahrlos zur Explosion zu bringen.