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Nitrate

Aus FEUERWERK Wiki

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Chemische Daten

Formel: NO3-


Verwendung in der Pyrotechnik: Oxidationsmittel


Gefahrensymbol(e):


Gefahren:


Weitere Daten:


Nitrate

Nitrate sind die Salze und Ester der SalpetersÀure (HNO3)[1].

Die Salze werden hÀufig auch (veraltet) als Salpeter bezeichnet. In der Pyrotechnik sind das hauptsÀchlich Kalisalpeter, Barytsalpeter und Natronsalpeter sowie Ammonsalpeter bzw. mit ihren modernen Namen Kaliumnitrat (KNO3), Bariumnitrat (Ba(NO3)2), Natriumnitrat (NaNO3) und Ammoniumnitrat(NH4NO3).

Die SalpetersĂ€ureester werden in der Ă€lteren Literatur hĂ€ufig als Nitroverbindungen bezeichnet: Nitrozellulose, Nitroglyzerin, Nitropenta usw. Mit Ausnahme der Nitrozellulose, also dem Zellulosenitrat spielen die Nitroverbindung in der Pyrotechnik zu Unterhaltungszwecken keine Rolle. Nitrozellulose wird gelöst in Form von Lack als Bindemittel fĂŒr feuchtigkeitsempfindliche Sterne und, ganz wichtig, als Binder fĂŒr Cracklingsterne verwendet. Außerdem ist Nitrozellulose in trockener Form das Treibmittel fĂŒr viele Indoor-Effekte wie Tischfeuerwerk oder auch BĂŒhnenfontĂ€nen etc.

SalpetersÀureester sind in vielen gewerblichen und militÀrischen Sprengstoffen enthalten. Viele dieser Ester sind auch relativ giftig bzw. haben Wirkungen die sie als Arzneimittel qualifizieren.

Insbesondere Kaliumnitrat (im Schwarzpulver) aber auch Bariumnitrat und Strontiumnitrat sind wichtige Oxidationsmittel in der Feuerwerkerei. Nitrate spalten sich dabei relativ leicht in Sauerstoff und Nitrit, dem sauerstoffarmen Salz der SalpetersÀure.

Außer Wismuthnitrat sind alle Salze der SalpetersĂ€ure gut in Wasser löslich und viele Nitrate sind hygroskopisch Aus diesem Grund werden so gute Oxidationsmittel wie Natriumnitrat oder Ammoniumnitrat in der Pyrotechnik wenig angewendet.

Viel Nitrate (Salze) werden bergmĂ€nnisch abgebaut, ĂŒberhaupt sind Nitrate in der Natur allgegenwĂ€rtig. Viele dieser Salze werden als DĂŒnger verwendet und sind auch nicht sonderlich giftig, zumindest fĂŒr Erwachsene. Mit der Nahrung aufgenommenes Nitrat wird im Darm zu Nitrit reduziert.

Bei SĂ€uglingen und Kleinkindern oxidiert das entstehende Nitrit das HĂ€moglobin zu MethĂ€moglobin, welches der SĂ€ugling aufgrund seiner noch nicht ausgereiften ReduktionskapazitĂ€t nicht wieder zu HĂ€moglobin rĂŒckreduzieren kann. Unbehandelt erstickt das Kind innerlich, weil MethĂ€moglobin im Blut keinen Sauerstoff mehr binden und transportieren kann. Daher die gelegentlichen Warnungen vor Nitrat-haltigem Trinkwasser. Erwachsene vertragen hingegen erhebliche Mengen Nitrate, welche z.B. auch als Konservierungsmittel in Wurst und Schinken reichlich verwendet wird. Bevor es beim Erwachsenen hier zu kritischen ZustĂ€nden bezĂŒglich des HĂ€moglobins kommt, ist man durch osmotische VorgĂ€nge bereits innerlich verdurstet. Zur Salami passt deshalb immer ein gutes Bier ;-) Giftig bis sehr giftig sind die Nitrate von Barium, Blei und Silber. Silbernitrat wird in der Medizin auch als Ätzmittel verwendet.