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Crackling

Aus FEUERWERK Wiki

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Crackling
(Knister-/Knallsterne, Dragon's Eggs)


Crackling sind spezielle, kleine Sterne (1-2mm Durchmesser, Mikrosterne) auf Basis von Schwermetalloxiden, die schon bei offenem Abbrand einen scharfen Knall erzeugen. Sehr viele dieser Mikrosterne werden zusammen mit FunkensĂ€tzen z.B. zu Kometen gepresst oder als FontĂ€nen-Satz verwendet. Der entstehende Effekt ist - je nach Menge, GrĂ¶ĂŸe und Zusammensetzung der verwendeten Microsterne - ein deutliches und teilweise lautes "Knistern" der abbrennenden Kometen am Himmel oder des FontĂ€nenausstoßes. Auch kann z.B. die Spitze gerollter Leuchtsterne jeweils ein Cracklingstern sein. Beim Abbrennen der Sterne schließt der Leucht- bzw. Schweifeffekt jedes Sterns dann mit einem leichten Knall ab ("Knallsterne").

Das verwendete Schwermetalloxid ist dabei das Oxidationsmittel und wirkt gleichzeitig als Verzögerer, als Reduktionsmittel bzw. Brennstoff wird ein Metallpulver eingesetzt.

Ein typischer (Ă€lterer) Crackling-Satz enthĂ€lt bis zu 80% Bismuttrioxid (Bi2O3) oder Bismutcarbonat bzw. Bismutsubnitrat als Schwermetallsalz und relativ wenig Kupferoxid. FrĂŒher wurde gerne Blei(II,IV)oxid (Pb3O4) verwendet. Wegen der extremen Giftigkeit der Bleisalze ist das aber weltweit verboten und wird selbst von chinesischen Anbietern nicht mehr verwendet. Bismutsalze funktionieren besser und sind die einzigen ungiftigen Schwermetallsalze, sie werden auch in Kosmetik und Arzneimitteln eingesetzt.

Moderne SĂ€tze enthalten meist einen recht hohen Anteil (bis zu 70%) an Kupferoxid, welches auch als Oxidationsmittel (nicht jedoch farbgebend) wirkt. Teure Bismutsalze sind wenig bis nicht enthalten.

Als Metallpulver wird meist Magnalium, ggf. mit geringen Anteilen an reinem Aluminium eingesetzt. Über die KorngrĂ¶ĂŸe des Magnaliums lĂ€sst sich gut die LautstĂ€rke steuern.

Der Ablauf der Reaktion ist vermutlich folgender: ZunÀchst verbrennt das Magnesium im Magnalium und schmilzt dabei das Aluminium. In diese Schmelze diffundiert atomarer Sauerstoff. Wenn sich diese hochbrisante Mischung der Stöchiometrie nÀhert, zerknallt das Tröpfchen mit lautem Knall.

Das verwendete Bindemittel ist hÀufig auf Nitrocellulose basierend. Chinesische Fabriken setzen auch mit Erfolg ReisstÀrke ein. Auch andere, synthetische Polymere werden verwendet.

Crackling ist keinesfalls so billig wie hÀufig angenommen. Kupferoxid und besonders Bismutsalze kosten richtig Geld!

Der Satz ist je nach Mischung nicht sehr zĂŒndfreudig, so dass die Sterne noch eine Schicht Primer enthalten können.

Neuere AnsĂ€tze verfolgen die Erzeugung von Crackling, ohne dafĂŒr aus UmweltvertrĂ€glichkeitsgrĂŒnden nicht bedenkenlos einzusetzende Schwermetalle verwenden zu mĂŒssen, z.B. auf der Basis von Natriumthiosulfat und Magnesium, welches so reaktiv ist, dass das Thiosulfat als Oxidationsmittel eingesetzt werden kann. Diese SĂ€tze sind aber noch schwerer zu entzĂŒnden, das Magnesium ist empfindlich gegen Feuchtigkeit und der Satz zudem hygroskopisch, so dass so gut wie alle kommerziell erhĂ€ltlichen Cracklingsterne auf Schwermetallen basieren.

Das sog. Knallpulver, eine dem Schwarzpulver Àhnliche Mischung aus Kaliumnitrat, Schwefel und einem hohen Anteil an Kaliumcarbonat (K2CO3), kann als ein VorlÀufer der CracklingsÀtze angesehen werden, da es sich beim langsamen Erhitzen unverdÀmmt schlagartig mit einem heftigen Knall umsetzt.


Popping Flowers sind CracklingsĂ€tze mit einem Titananteil. Die meist etwas grĂ¶ĂŸeren Sterne zerspringen/explodieren regelrecht und zerstĂ€uben dabei das entzĂŒndete Titan in einer Funkenwolke. Teilweise enthĂ€lt auch die Anfeuerungsschicht noch zusĂ€tzlich Titanpulver. Das verbrennende Metallpulver des Cracklingsatzes verursacht die hellen Leuchterscheinungen und Funken, die wĂ€hrend des Zerplatzens der Microsterne zu beobachten sind. Ähnlich wie bei Funken einer Wunderkerze ist es daher nicht möglich, diese anzufĂ€rben, da keine stabilen farbig verbrennenden Metalle verfĂŒgbar sind. DarĂŒber hinaus ist der Satz recht empfindlich hinsichtlich des Schmelzpunktes der Mischung, was die möglichen Beimischungen einschrĂ€nkt.