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Kategorie:China-Böller

Aus FEUERWERK Wiki

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China-Böller sind zylindrische Knallkörper nach chinesischer Bauart. Der folgende Artikel beschreibt die nach Deutschland importierten Knaller. Die internationale Geschichte des China-Böllers ist auf Firecrackers zu finden.

Explodierender China-Böller mit Schwarzpulver-Füllung
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Explodierender China-Böller mit Schwarzpulver-Füllung

Inhaltsverzeichnis

Hersteller (historisch)

Im kommunistischen China bezeichneten die Hersteller keine Unternehmen im marktwirtschaftlichen Sinne, sondern eher Zusammenschlüsse ausgewählter Fabriken, die für den Export produzierten und dazu einen bestimmten Markennamen bzw. Brand erhielten. Die in Deutschland verkauften China-Böller stammten von folgenden Zusammenschlüssen:

--> Red Lantern

--> Flower Basket
--> Tiger-Head Brand

--> Horse Brand

--> Link Triad

Inzwischen ist die gesamte chinesische Feuerwerksindustrie umstrukturiert worden, die Brands existieren im damaligen Sinne nicht mehr. Auch werden die heutigen Hersteller nicht mehr deutlich und mit einprägsamen Symbolen auf den Böllerpäckchen oder Böllern dargestellt. Die gegenwärtige Situation exportierender Hersteller ist recht unübersichtlich und nicht ausreichend bekannt, um hier aufgeführt zu werden.

Importeure von China-Böllern

China-Böller wurden und werden von verschiedenen Firmen nach Deutschland importiert, wobei es sich oftmals um Zwischenhändler handelt, die mit den in Deutschland bekannten Feuerwerks-Marken nicht identisch sind. Mitunter ist die Herkunftsbestimmung eines China-Böllers daher recht unübersichtlich. Ältere, von Nico vertriebene China-Böller weisen beispielsweise laut Päckchenaufschrift den Importeur Georg Richter auf. Was nicht auf dem Päckchen steht: Georg Richter kaufte die Böller von einem in Hong Kong ansässigen Zwischenhändler namens Yuen Loong Hong (YL), der die Böller wiederum etwa vom Hersteller Tiger-Head Brand bezog, was letztendlich auch nur eine grobe Angabe darüber ist, in welcher Region Chinas die Böller hergestellt worden sind. Nur manchmal lässt sich die Handelskette anhand der Aufschriften auf den Päckchen tatsächlich nachvollziehen. Am einfachsten ist die bei China-Böllern von Keller, diese wurden stets direkt vom Hersteller Red Lantern importiert.

gegenwärtige Importeure

historische Importeure

Größen

Eigenschaften

Der klassische China-Böller

Bei einem China-Böller handelt es sich um an beiden Enden gestopfte oder zugekrempelte Hülsen aus aufgerolltem Papier, in deren inneres sich eine langgezogene Schwarzpulver-Seele befindet. Die Zündung erfolgt mittels Chinese Fuse. Die Verpackung einzelner Böller ist entsprechend einer chinesischen Tradition aus rotem Seidenpapier. Ein Gebinde mit einer bestimmten Anzahl Knallerpäckchen wird umgangssprachlich als Schinken bezeichnet, da auch hierfür das rote Seidenpapier verwendet wurde. Auf Einzelpäckchen und Schinken sind jeweils Labels mit stilvollen, beinahe kunstvollen Motiven aufgeklebt. Knallmatten bestehen aus vielen zusammengebundenen Böllern.

Der ursprünglichen chinesischen Tradition entsprechend, wird bei China-Böllern für Deutschland nur herkömmliches Schwarzpulver ohne Metallzusätze oder ähnliches verwendet. Eine optimale Verdämmung der Hülse ist hierbei besonders wichtig und ermöglicht bei entsprechender Menge Schwarzpulver einen kräftigen Knall, der nicht digital, sondern eher weich und andauernd ist. Das zu einer dicken Hülse aufgerollte Papier wird dabei in viele kleine Teile zerlegt, weshalb es zu einem imposanten Schnipselregen-Effekt kommt, der für Freunde klassischer China-Böller ein fester Bestandteil des gewünschten Effektbildes ist. In Kombination mit dem markanten Geruch des in der Chinese Fuse abbrennenden Schwarzpulvers ergibt sich beim Zünden des China-Böllers ein unverwechselbares Erlebnis. Auch die Knallmatten ergeben - wenn klassisch an einem Baun aufgehängt - einen imposanten Schnipselregen.


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Aktuelle China-Böller

Gegenwärtig in China hergestellte Böller weichen von der ursprünglichen Tradition erheblich ab. Anstatt einer durchgehenden Pulverseele hat der Böller eine mittig platzierte Pulverkammer mit vergleichsweise wenig Schwarzpulver darin. Den Hauptteil der Füllung macht rote Tonerde als Dämmmaterial aus. Die Enden der Böller sind nicht mehr zugekrempelt, sondern verleimt oder mit festem Dämmstoff versiegelt. Die Papphülse ist vergleichweise dünnwandig, Länge und Dicke insbesondere der D- und Supberböller sind verringert. Anstatt der Chinese Fuse wird der Böller durch eine Chinese Green Visco gezündet. Die Labels sind nicht mehr stilvoll gestaltet. Für die Gebinde kommen nur noch Pappkartons zur Verwendung, einzelne Päckchen sind jedoch nach wie vor in das traditionelle rote Seidenpapier eingepackt.

Im Ergebnis der Veränderungen sind aktuelle China-Böller einerseits deutlich sicherer geworden: Die Lunte brennt wesentlich zuverlässiger und gleichmäßiger ab. Ein deutlich hörbares Geräusch beim Abbrand erhöht die Sicherheit zusätzlich. Infolge der mittig platzierten Pulverkammer explodiert der Böller erst mit einer gewissen Verzögerung und nicht unmittelbar, nachdem die Lunte den Rand des Knallkörpers erreicht. Außerdem können bei der Explosion keine nachglimmenden Splitter entstehen. Die Fertigungskosten wurden durch Materialeinsparungen gesenkt und damit der Verkauf des China-Böllers als Massenware zu sehr niedrigen Preisen ermöglicht.

Auf der anderen Seite haben die Veränderungen eine ganze Reihe Nachteile: Die dünnwandigen Papphülsen, die oftmals auch noch feucht sind, gewährleisten keine optimale Verdämmung mehr. Hinzu kommt, dass die Menge des Schwarzpulvers nur noch sehr gering ist. Das Ergebnis ist ein schwacher Knall, der insbesondere bei den großen Böllersorten wie dem D-Böller in keinem Verhältnis zur Größe des Knallers steht. Anstatt einer Totalzerlegung platzen die Böller oft nur noch an einer Stelle auf und hinterlassen infolge der überdimensionierten Menge roter Tonerde jede Menge Dreck. Die dünnen Papphülsen ergeben auch keinen Schnipselregen-Effekt mehr. Zudem ist der Geruch der abbrennenden grünen Lunte unangenehm. Die lieblos "gestalteten" Labels stehen symbolisch für den allgemein eingetretenen Qualitätsverfall. Seit etwa 2009 sind einige Importeure wieder bemüht, den Knalleffekt des China-Böllers zu verbessern (Diamond, Panda, Lesli, Xplode, Funke). Diese konnten sich bisher jedoch nicht am Markt durchsetzen. Gründe dafür sind der höhere Preis, die schlechte Verfügbarkeit im Einzelhandel, sowie nicht ausreichend informierte Verbraucher und Händler. Hier wirkt sich die Marktdominanz von Weco negativ aus, da sind keine Bemühungen zur Qualitätsverbesserung des China-Böllers erkennbar.

Geschichte des Chinaböllers in Deutschland

Historische Vorrichtung zum Wickeln von Böllern
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Historische Vorrichtung zum Wickeln von Böllern

bis 1985

In Deutschland wurden bereits zu Vorkriegszeiten gelegentlich chinesische Knallmatten eingeführt und als chinesischer Knallfrosch bezeichnet. Der Import in größerem Umfang begann jedoch erst in den 1960er Jahren in der BRD. Dabei kamen auch die einzeln zu zündenden Böller-Größen auf. Im Laufe der 1960er Jahre kamen die D-Böller hinzu, und zu Beginn der 1980er Jahre die Super-Böller. Der Verkauf der Böller erfolgt wie damals für Feuerwerk üblich zu relativ hohen Preisen und nur in bestimmten Geschäften wie Schreibwaren- und Spielzeugläden, Drogerien und Kaufhäusern statt. Ein Päckchen D-Böller kostete oft mehr als 1,50 DM, so war es die Ausnahme, dass ganzen Schinken für Silvester gekauft wurden. Franz Keller war einer der ersten wichtigen Importeure in den 1960er Jahren. Anders als etwa in den USA, wo China-Böller aufgrund eines Handelsembargos gegen das kommunistische China nicht importiert werden durften (sondern aus Macau), kamen die China-Böller für Deutschland schon damals fast ausschließlich aus China. Allerdings nur in die BRD - in der DDR war China-Feuerwerk trotz der anfangs politisch-ideologischen Nähe nicht erhältlich.

1985-1998

Im Laufe der 1980er Jahre traten einige gravierende Veränderungen ein, zunächst eine wirtschaftliche Umstrukturierung in China. Franz Keller war es wieder einmal, der als erster die Chancen der sich liberalisierenden chinesischen Märkte erkannte. Arbeits- und Vertriebsstandards wurden gelockert, Händler durften mit den Herstellern direkt in Verhandlung treten, und allgemein bildeten sich ansatzweise marktwirtschaftliche Verhältnisse heraus. Zur selben Zeit verbreiteten sich in der BRD Discounter-Märkte und Ramschläden. Keller brachte in dieser Zeit einen massenhaften Import und Verkauf von China-Böllern über die neuen Vertriebswege zustande, zu erheblich niedrigeren Preisen als bisher. Konkurrierende Marken zogen bald nach. So begann der Siegeszug der Chinaware über deutsche Produkte, die nun ungleich teuer erschienen. Im Laufe der 1990er Jahre verdrängte die Importware die deutschen Feuerwerksartikel weitgehend. Auch der Feuerwerksverkauf in den klassischen Läden ging immer weiter zurück, da diese sich nicht an die Dumping-Preise der Discounter anpassen konnten.

Traditioneller Feuerwerksverkauf in einer Privatdrogerie bei Dresden, Dezember 2014.
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Traditioneller Feuerwerksverkauf in einer Privatdrogerie bei Dresden, Dezember 2014.

In dieser Zeit ließ die Qualität der China-Böller nach. Ursache und Wirkung sind hier schwer voneinander zu unterscheiden. Es ist jedoch anzunehmen, dass die zunehmend selbstständigen chinesischen Hersteller versuchten, immer mehr und immer billiger zu produzieren und dabei auf die Qualität der Produkte keine Rücksicht mehr nahmen. Oder sie wurden durch den steigenden Konkurrenzdruck und straffe Bedingungen der Importeure regelrecht zu dieser Entwicklung gezwungen. In einer ersten Stufe des Qualitätsverfalls verringerte sich bereits Mitte der 1980er Jahre die Wandstärke, Knallwirkung und die Sorgfalt bei der Verarbeitung. Ab etwa 1990 schwankte die Qualität besonders ausgeprägt, teilweise waren ganze Chargen nicht funktionsfähiger Böller im Umlauf. Die Zuordnung von Labels, Herstellern und Importeuren wurde damals sehr unübersichtlich, die Häufung von Fehldrucken und ähnlichem macht eine Systematisierung kaum möglich. Allein von den Weco-Pyrocrackern sind aus der Zeit 1990-1994 mehr als 50 verschiedene Chargen bekannt. Auch die Verdämmung veränderte sich, häufig waren die Böller nun mit einer grauen Masse oder einem harten, mineralischen Dämmstoff verschlossen. Ab 1995 normalisierten sich die Verhältnisse wieder einigermaßen, wobei sich die Qualität auf einem noch akzeptablen Niveau, aber deutlich unterhalb der klassischen Chinaböller, einpegelte. Denn die Satzmenge hatte schon damals deutlich abgenommen, und die bisher durchgehende Schwarzpulverseele wurde mehr und mehr durch eine mittig platzierte Pulverkammer ersetzt. Derartige Chinaböller erkennt man daran, dass sie eine größere Verzögerung aufweisen, also nicht mehr unmittelbar nach Abbrand der äußerlich sichtbaren Lunte explodieren.

seit 1999

1998 ging man dazu über, die Böller hinten nicht mehr zuzukrempeln, sondern zu verleimen. Im selben Jahr wurde im damaligen SprengÄndG festgelegt, dass bei Knallkörpern keine brennenden oder glimmenden Splitter entstehen und maximal 120 db laut sein dürfen. Obwohl die bisherige Lautstärkebegrenzung mit 115 db sogar niedriger lag, zog das Gesetz gravierende Veränderungen nach sich, da die BAM bei dieser Gelegenheit sämtliche Zulassungen neu erteilte und dabei auch die Chinaböller genau überprüfte. In dem Zusammenhang wurden offenbar Änderungen in der Fertigung des Chinaböllers eingeleitet, die ein Zerschnipseln des Böllers mit glimmenden Resten, sowie ein Überschreiten der Lautstärkebegrenzung mit Sicherheit unterbinden sollten. Einer Patentschrift aus dieser Zeit ist zu entnehmen, dass Chinaböller seither Sollbruchstellen in Form kleiner Aussparungen besitzen. Diese sind im inneren Teil der Hülse angeordnet und daher äußerlich nicht erkennbar. Zumindest an Böllern von Keller konnten diese Aussparungen nachgewiesen werden. Es ist anzunehmen, dass seit ca. 2000 die meisten China-Böller diese verdeckten Sollbruchstellen haben. Auch die Art der Zerlegung wird dadurch beeinflusst, der Böller zerplatzt seither in zwei Stücke oder sogar nur noch seitlich auf, anstatt zu zerschnipseln.

Nach der Jahrtausendwende war ein Tiefpunkt erreicht. Der China-Böller war infolge von Konkurrenzkampf auf Kosten der Qualität, sowie Bestrebungen zur Lautstärkebegrenzung beinahe zu einer Fratze seinerselbst verkommen. Die Wandstärke minimierte sich ebenso wie der Schwarzpulvergehalt, auch die Größe der Böller verringerte sich. Die Knallwirkung war zutiefst enttäuschend, und auch der berühmt-berüchtigte D-Böller büßte seinen Ruf endgültig ein. Einige Jahre lang fielen noch die C-Böller von Keller und gelegentlich auch andere Kaliber der Marke positiv auf, ehe auch diese ab etwa 2005 das allgemein tiefe Niveau erreichten. Ebenso tief war allerdings auch der Verkaufspreis abgesunken: Ein Schinken D-Böller mit 20 Päckchen war inzwischen ab 3,50 € zu haben. Die Verbraucher wendeten sich allmählich von den inzwischen als "Dreckschleuder" verachteten China-Böllern ab, die Breite des China-Böller-Angebots ist seither tendenziell rückläufig. Dies hängt auch mit dem immer populärer werdenden Verbundfeuerwerk zusammen. Im Jahr 2009 überraschte Diamond mit D- und Superböllern, die wieder eine befriedigende Knallwirkung hatten. Doch auch die von Panda und Lesli importierten Chargen besserer China-Böller konnten bisher keine Trendwende bei den großen Marken Weco, Nico und Comet bewirken, die das Angebot im Einzelhandel dominieren. Im Jahr 2016 überraschte Funke mit Chinaböllern der Kaliber D- und Super-böller II, die nach traditioneller Art hergestellt wurden und auch in Knallwirkung und Zerlegung einem klassischen Chinaböller entsprechen. Sie werden daher oft als "Oldschool-" oder "Premium-Böller" bezeichnet. Derzeit sind die Funke-Chinaböller jedoch (noch) ein Nischenprodukt.

Altersbestimmung

Einer der ältesten bekannten D-Böller, Import: F.K. Wattenscheid, 1965.
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Einer der ältesten bekannten D-Böller, Import: F.K. Wattenscheid, 1965.

Aufrund der abnehmenden Qualität der Chinaböller ist unter Feuerwerksfreunden das Interesse an älteren China-Böllern stetig gewachsen. Immer wieder taucht dabei die Frage auf, woran man alte China-Böller erkennt und wie ihr Alter zu bestimmen ist. Details dazu sind auf den Seiten der einzelnen Marken zu finden. Im folgenden werden Informationen dargestellt, die alle China-Böller gleichermaßen betreffen.

bis 1969

Die China-Böller entsprechen gänzlich der klassischen Bauart. Markant ist die BAM-Nummer des alten Nummern-System, das dem Format BAM xxxx/II folgt. Außerdem ist die Formulierung Verboten ist die Abgabe an Personen unter 18 Jahre zu finden. <ref>Zweite Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über explosionsgefährliche Stoffe, 23. Dezember 1969, am 1. Januar 1970 in Kraft getreten</ref> Importeur ist meistens - aber nicht immer - Franz Keller bzw. F.K. Wattenscheid. Sind die Böller made in macau, stammen sie mit Sicherheit aus dieser Epoche. Schon damals waren die meisten Böller aber made in china.

1970 - ca. 1984

F.K. D-Böller aus Anfang der 1980er Jahre
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F.K. D-Böller aus Anfang der 1980er Jahre

Die Böller entsprechen noch der klassischen Bauart, haben aber bereits die neueren BAM-Nummern nach dem Format BAM PII-xxxx. Es ist die Formulierung zu finden Abgabe an Personen unter 18 Jahren verboten. Ab 1977 war der Hersteller immer aufgedruckt <ref>Dritte Verordnung zur Änderung der Zweiten Verordnung zur Durchführung des Sprengstoffgesetzes, 28. Juni 1976, Artikel 1</ref> (kann aber auch früher schon aufgedruck gewesen sein). Haben die Böller sehr lange Lunten (halbe Böllerlänge oder mehr) oder nicht gedrehte Lunten (Schlaufenböller), sind sie mit großer Wahrscheinlichkeit von 1984 oder älter. Die Knallwirkung und Zerlegung ist fast immer sehr gut. Böller mit roter Banderole kommen mit Ausnahme der F.K./FKW-Böller (ab ca.1979) nicht vor, die meisten sind weiß mit grüner Schrift. Es gibt aber auch bunt gemusterte oder mit Bildern bedruckte Böller in dieser Zeit. China-Böller dieser Epoche waren manchmal nicht in rotes Seidenpapier, sondern in Cellophan verpackt.

ca. 1985 - 1993

Weco D-Böller von 1991
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Weco D-Böller von 1991
Verdämmungs-Typen
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Verdämmungs-Typen

Die Wandstärke der Böller ist nicht mehr so sehr kräftig, die Böller nicht immer steinhart. Das hintere Ende kann im Zeitraum ca. 1990-1995 mit ein harten, mineralischen Masse verschlossen sein. Päckchen der Marke Moog-Nico (ab ca. 1988) und FKW (ab 1991) können bereits einen Strichcode (Barcode) haben, ansonsten gibt es Strichcodes in dieser Zeit noch nicht. Ab 1991 war grüne Schrift in Klasse II nicht mehr vorgeschrieben <ref>Verordnung zur Änderung sprengstoffrechtlicher Vorschriften, 19. November 1990, Artikel 1</ref>, viele Marken behielten die Schriftscharbe aber noch länger bei. Bis 1989 kommt die Chinese Green Visco nur bei Superböllern von FKW und Thunder D-Böllern von Feistel vor. Ab 1990 findet man sie zunehmend auch bei kleineren Böllergrößen. Die Knallwirkung kann noch gut, aber auch schlecht sein. die Böller zerschnipseln bei der Explosion noch recht gut, jedoch nicht mehr in so kleine Einzelfetzchen wie es ursprünglich der Fall war. Die meisten Böller sind in dieser Zeit weiß mit grüner Schrift. Eine Ausnahme macht hier wieder FKW, sowie einige wenige Chargen von Weco.

1994 - 1997

Feistel Super-Böller I von 1995
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Feistel Super-Böller I von 1995

China-Böller ab 1994 sind zuverlässig an einer Telefonnummer zu erkennen, die seither auf jedem Päckchen aufgedruckt sein muss <ref>Verordnung zur Novellierung der Gefahrstoffverordnung, zur Aufhebung der Gefährlichkeitsmerkmaleverordnung und zur Änderung der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz, 26. Oktober 1993, Artikel 2, in Kraft getreten am 1.November 1993</ref>. Den Strichcode findet man nun auch auf allen Feistel- und Moog-Böllerpäckchen. Die Knallwirkung kann gut oder auch schlecht sein, meistens zerschnipseln die Böller aber noch ganz gut. Die klassische Chinese Fuse taucht bis 1995 noch gelegentlich auf und wird zuletzt noch von Keller verwendet (bis 1997). Böller von Weco und Keller sind seit 1995 grundsätzlich rot mit schwarzer Schrift. Die bisher durchgehende Schwarzpulverseele ist in dieser Zeit meistens bereits durch eine mittig platzierte Pulverkammer ersetzt worden, der Anteil an Dämmstoff an den Enden des Böller hält sich jedoch noch in Grenzen. Die Intensität des Schnipselregens beim Explodieren ist nicht mehr so groß.

seit 1998

Ein Feistel Super-Böller I von 1998, noch mit guter Wandstärke
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Ein Feistel Super-Böller I von 1998, noch mit guter Wandstärke
Weco Super-Böller I von 2008, labbrige Verarbeitung
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Weco Super-Böller I von 2008, labbrige Verarbeitung

Seit 1998 sind China-Böller am hinteren Ende nicht mehr gekrempelt oder gestopft, sondern verleimt. In den ersten Jahren war diese Leimschicht noch relativ dick und daher deutlich erkennbar. Als Dämmmaterial kommt seither grundsätzlich rote Tonerde zur Anwendung. Die Wandstärke und Menge an Schwarzpulver war anfangs noch reichlich und verringerte sich immer weiter, bis die Böller ab ca. 2005 das Erscheinungsbild labbriger Papprollen aufwiesen. Seit ca. 2007-2009 sind die Böller auch vorn nicht mehr gekrempelt, sondern nur noch mit roter Masse gestopft/verklebt. Markant ist auch die geräuschvoll abbrennende Visco, mit der China-Böller seither versehen sind. Schon ab 1998 sind alle Böller mit der Chinese Green Visco ausgestattet. Lady- und Paket-Cracker machen eine Ausnahme, sie haben weiterhin die Chinese Fuse, werden aber zentral über eine grüne Lunte gezündet. Die kleinen Knallmatten verschwanden allerdings in den Jahren nach der Jahrtausendwende aus dem Angebot. Seit 1999 verwendet Weco stets einen Strichcode auf den Päckchen. Bei Nico hält dieser erst 2002 Einzug, Comet-Böllern fehlt der Strichcode sogar bis heute. Eine weitere Besonderheit der Comet-Böller ist die nach wie vor weiße Banderole mit grüner oder schwarzer Schrift. Bis 2002 gab es weiße Banderolen auch noch bei Nico. Seit 2009 sind China-Böller an der BAM-Nummer nach dem Format BAM-F2-xxxx zu erkennen und auf den Päckchen ist die NEM angegeben.

Literatur

  • Firecrackers - The Art & History. Warren Dotz, Jack Mingo, and George Moyer. Ten Speed Press, 2000.
  • Firecrackers - An Eye-Popping Collection Of Chinese Firework Art. Warren Dotz, Jack Mingo, and George Moyer. Ten Speed Press, 2008.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />


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