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K

Kaliber ('Caliber') Die Größe vieler Feuerwerkskörper-Typen wird nach ihrem K. (Durchmesser) unterschieden. Dies gilt besonders für Bombetten, Bomben, Römische Lichter und alle weiteren Feuerwerkskörper, bei denen Effektkörper durch eine Ausstoßladung aus einem Abschußrohr getrieben werden. Das K. wird international in Zoll (Inches [''], 1''=2,54cm) gemessen. Es definiert den Innendurchmesser der Rohre, der Effektkörper selbst ist geringfügig kleiner. Eine Bombe mit K. 4'' muß z.B. in ein Mörserrohr mit 100mm Innendurchmesser passen, die Bombe selbst mißt ca. 90-100mm. Nicht selten wird ein K. z.B. auch für Raketentreiber und Bränder angegeben. Diese Maße bezeichnen den Außendurchmesser der Feuerwerkskörper.

Kamuro Kamuro (Kronenbukett, 'Crown Chrysanthemum', 'Crown') Kugelbombe mit noch länger brennenden Schweifsternen als eine Diadem Chrysantheme, i.d.R. Gold- oder Brokatsterne mit silbernen Spitzen. Variationen des K.-Effektes sind Glitter- oder Flittersterne, teilweise mit Crackling und evtl. farbigen Spitzen. Die Bauart von K.-Bomben wird im Japanischen als Hanwarimono bezeichnet (s.a. Trauerweide, Chrysantheme, Regen).

Katamono (Figurenbombe, 'Pattern/Shaped Shell') Im Gegensatz zu Bomben des Warimono-Types ist der Effekt von K.-Bomben meist "zweidimensional": Ring, Stern, Herz usw. Die Figuren werden durch eine definierte Lage der (möglichst gleichmäßig gerollten) Sterne auf der Äquatorebene der Bomben erreicht. Die obere und untere Halbschale ist meist nur mit Zerlegerladung und/oder Stroh/Reishülsen aufgefüllt. Zylinderbomben, die Ringe erzeugen, werden nicht als K. bezeichnet.

Klasse Feuerwerkskörper und andere pyrotechnische Gegenstände (z.B. Anzündmittel) werden in verschiedene Klassen unterteilt. Man unterscheidet nach §6 der 1. Verordnung zum SprengG grundsätzlich in Gegenstände für Vergnügungszwecke (Klasse I: Feuerwerksspielwaren; II: Silvesterfeuerwerk; III: Gartenfeuerwerk, gehört in Deutschland schon zum Großfeuerwerk; IV: Großfeuerwerk) und für technische Zwecke (Klassen T1 und T2). Die erlaubten Satzmengen für die jeweiligen Klassen sind im Sprengstoffgesetz festgelegt (s.a. Kapitel Infos-SprengG). Alle pyrotechnischen Gegenstände mit Ausnahme von Feuerwerkskörpern der Klasse IV müssen von der BAM geprüft und zugelassen werden.

Knallkörper Knallkörper ('Cracker', 'Firecracker', 'Banger') Sammelbegriff für verschiedenartige Feuerwerkskörper (meist Klasse II, Silvesterfeuerwerk), die als Effekt einen Knall erzeugen. Meist dickwandige Papier- oder Pappröhren, die beidseitig verschlossen (Ton oder eingeschlagenes Papier) und mit gepulvertem pyrotechnischen Satz gefüllt sind. Durch ein Ende oder durch die Wandung der Hülse führt eine Zündschnur oder Reibverzögerung in den Satz. Dieser basiert meist auf Nitraten als Oxidationsmittel (z.B. Schwarzpulver-Mehl) und brennt unverdämmt relativ langsam ab. Im Inneren der Papierhülse kommt es bei der Entzündung des K. zu einem Druckanstieg, der die Hülse schließlich zerreisst. Die plötzliche Druckentlastung erzeugt den Knall. K.-Ketten ('Chinese/Celebration/Lady Crackers') bestehen aus bis zu 3 Millionen (!) K., die mit Chinazündschnur zu einer langen Kette und (für die Lagerung) je nach Schußzahl zu "Rädern" aufgerollt sind. Für ihre Verwendung werden K.-Ketten mit dem oberen Ende an einem erhöhten Punkt befestigt und abgerollt. K. für Großfeuerwerke (z.B. Knallpatronen, Salut) sind im Gegensatz zum Silvesterfeuerwerk meist mit einem hochenergetischen Satz (Blitzknall-Satz) gefüllt.

Knatterpatrone siehe Heuler

Knistersterne siehe Crackling

Kohlefunken ('Charcoal') Goldfunken-Effekt von Brändern und Sternen; besonders bei Chrysanthemen-Sternen ist die äußerste Schicht meist ein K.-Satz ('Wave'). K. entstehen beim Abbrennen von speziellen Schwarzpulver-Sätzen mit erhöhtem Kohleanteil. Bei der Herstellung läßt man das gelöste Kaliumnitrat für besonders hell und langglühende Funken in die Holzkohle einsaugen (s.a. Tigertail, Brokat, Glitter, Tremolant).

Kometen Komet ('Comet') Bezeichnung für meist zylindrische, größere Sterne. K. werden z.B. als Bombenfüllung verwendet (Palmen, Polypen), aus Römischen Lichtern, Chinabatterien oder Bombetten-Gestellen geschossen oder als Aufstiegseffekte außen an Bomben befestigt. Sie erzeugen einen breiten, länger anhaltenden Funkenschweif/ Palmenstamm (z.B. Kohlefunken, Flitter, Glitter, Silberperlen, teilw. mit Crackling). Spezielle K. haben eine farbige Spitze oder sind als Crossette aufgebaut (s.a. Tigertail).

Kometenrohr Römisches Licht mit einem Kaliber ab etwa 30mm, welches Kometen als Effekte ausstößt (s.a. Bombenrohr).

Kornpulver siehe Ausstoßladung

Kowarimono ('Subdivide-Warimono') Spezielle Kugelbombe: im Inneren der Bombenschale sind kleinere Kugelbomben angeordnet, die z.B. mit Chrysanthemen-/ Peony-Sternen ('Small Flowers') oder einem Knallsatz ('Thunder') gefüllt sind. Zusätzlich zu den kleinen Kugelbomben können sich in der Bombenschale Sterne oder Kometen befinden (als Petal oder regellos verteilt). Bei der Explosion einer Bombe des K.-Types entfaltet sich - soweit vorhanden - erst das Sternbukett, die kleineren Kugelbomben zünden nach kurzer Verzögerung gleichzeitig oder kurz hintereinander (z.B. Kamuro mit Blumen, 'Crown Chrysanthemum with Small Flowers', 'Mother and Sons'). Fehlt das Sternbukett, heißt die K.-Bombe je nach Effekt z.B. 'Shell of Shells', 'Thousand Flowers' oder 'Thousand Thunders'.

Kreiselblitz siehe Tourbillion

Krone siehe Steigende Krone

Kronenbukett Synonym für Kamuro

Krossett siehe Crossette

Kugelbombe ('Round Shell', 'Ball Shell') siehe Bombe

Kugelrakete Rakete mit Kugelbombe (Kaliber 50 bis 100mm) als Effektkörper ('Heading').

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L

Lantern siehe Fallschirmbombe

Lanze (Figurenlicht, 'Lance') Einseitig verschlossenes, mit pyrotechnischem Leuchtsatz (farbig oder Blinker) gefülltes Papierröhrchen (ca. 100mm x 8mm). Für Lichterbilder werden viele L. senkrecht auf Gittern, Brettern o.ä. befestigt und mit Stoppine oder Zündband untereinander verbunden.

Leuchtbatterie siehe China-Feuerwerksbatterie

Leuchtstern Übliche Bezeichnung für farbige Sterne, besonders beim Silvesterfeuerwerk.

Lichterbild (Logo, Leuchtschrift, 'Lancework') Element des Boden- und Indoor-Feuerwerks. Ein- oder mehrfarbige Embleme, Symbole, Bilder oder Schriften, die aus zahlreichen Lanzen oder kleinen Fontänen (Traumsterne) zusammengesetzt sind. Aufwendige Lichterbilder wechseln nach kurzer Brenndauer Farbe und/oder Form oder sind sogar animiert.

Litze siehe Zündschnur

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M - O

Mehlpulver ('Meal Powder') Sehr feinkörniges Schwarzpulver. M. wird hauptsächlich als Seele in Litzen und Pulverzündschnüren verwendet. M. kann durch die hohe Verbrennungsgeschwindigkeit zertrümmernd wirken und wird deshalb gewöhnlich nicht als Feuerwerkspulver (Ausstoßladung) eingesetzt.

Mehrschlagbombe ('Multibreak Shell') siehe (Zylinder-)Bombe. Eine Kugelbombe des Kowarimono-Types gilt nicht als M.

Microsterne Kleine Sterne mit 1-2mm Durchmesser/Kantenlänge, z.B. Crackling, Blink- oder Leuchtsterne. Verwendung zusammen mit Funkensätzen für Kometen oder Fontänen, vor allem auch für Silvesterfeuerwerkskörper.

Mine siehe Feuertopf

Mörser (Mörserrohr, Abschußrohr, 'Mortar', 'Mortar Tube', 'Gun') Rohre aus Pappe, Kunststoff (glasfaserverstärkt: GFK, High Density Polyethylen: HDPE) oder Metall (Aluminium, Eisen/ Stahl) mit geschlossenem Boden (Holz-Pfropfen oder geschweißt), aus denen Feuerwerkskörper (z.B. Bomben und Feuertöpfe) mittels einer Ausstoßladung senkrecht oder aus der Senkrechten leicht abgewinkelt in die Luft geschossen werden.

Mother and Son siehe Kowarimono

Multicolor ("Bunt", 'Variegated', 'Mix', 'Multicolour') Mehrfarbiges Sternbukett (meist Peony-Sterne, z.B. rot, blau und silber) von Bombetten, Bomben, Raketen und Feuertöpfen.

Musikfeuerwerk Feuerwerk (Boden-, Höhen-, Indoor-Feuerwerk) mit klassischer oder moderner Musikuntermalung. Die Effekte sollen zur jeweiligen Musikpassage passen und möglichst musiksynchron geschossen werden. In den USA wurde der Begriff 'Pyromusical' geprägt, der für perfekt musiksynchrone Feuerwerke steht, die nur mit computergesteuerten Zündeinheiten zu verwirklichen sind. Der Programmier-, Vorbereitungs- und Aufbau-Aufwand ist wegen zahlloser Einzelschüsse und exakt getimeter Sequenzen sehr hoch. So müssen z.B. vor dem Planen/Programmieren des Pyromusicals die Verzögerungen und Effektdauern der einzelnen Feuerwerkskörper bekannt sein. Gute M. und Pyromusicals erfordern ein hohes musikalisches und künstlerisches Verständnis.

Oxydationsmittel siehe Pyrotechnischer Satz und Seite Chemikalien im Kapitel Technik

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F - J P -T